Verschiedene Techniken erfordern verschiedenes Vorgehen!

Zunächst einmal bestimmt die Technik weitestgehend den Untergrund. Logischerweise zeichne ich mit Graphit, Kohle, Farbstift und Pastel bevorzugt auf verscheidensten (Zeichen)Papieren, während die pastosen Farbe wie Öl, Eitempera und Acryl meistens auf einem mit Leinen- oder Baumwollgewebe bespannten Anwendung finden. Für die flüssigen Farben wie Aquarell und Tusche greife ich gerne wieder zu einem wasserverträglichen Papier, in der Regel Aquarellpapier unterschiedlich rauer Oberfläche.

Daraus ergibt sich dann auch mein Arbeitsplatz. Im Zeichenzimmer steht ein großer Schreibtisch auf dem das Papier waagerecht liegt, damit Aquarellfarbe und Tusche nicht einfach davon fließen. Zusätzlich dazu gibt es eine Zeichenplatte, die auf verschiedene Neigungswinkel einstellbar ist und meist leicht schräg gestellt, den Pastellstaub nach unten rieseln lässt. Die Papiere für Graphit-, Kohle- und Farbstiftzeichnungen kommen auf ein transportables Zeichenbrett und liegen waagerecht vor mir, entweder auf dem Schreibtisch oder auch schon mal im Bett. Für die Arbeiten mit den pastosen Farben stehen Staffeleien im Kelleratelier, in dem sich auch der große Arbeitstisch zum Zuschneiden und Einrahmen befindet, sowie die Tiefdruckpresse.

Als Rechtshänder entwickle ich meine Bilder weitestgehend von oben links nach unten rechts. Dies gilt um so mehr, je empfindlicher das Material ist, je weniger Farbschichten aufgetragen werden und je näher das Bildformat den Standardmaßen kommt. Denn wie beim Schreiben möchte man ja nicht mit der Hand verwischen, was gerade erst entstanden ist und auch optisch wäre beim Zeichnen sonst die Hand immer im Weg.

Stehen die Bilder schräg oder gar nahezu senkrecht und/oder ist der Pinsel das Übertragungsmedium, so entwickelt sich das Bild eher vom Blickfang zum Rand hin. Bei einem Porträt sind also oft die Augen schon sehr früh detailiert angelegt. Jedoch gilt es gerade bei vielschichtigen Bildern immer, das ganze Bild zu bearbeiten und besonders große Formate nicht zu kleinflächig ab zu arbeiten.

Da ein Bild, unabhängig vom Medium, aus vielen Schichten Farbe besteht, nimmt es auch eine entsprechende Zeit in Anspruch. Selbst der simpelste Anstreicher weiß: Je größer die Fläche, desto länger dauert die Arbeit. Damit ist klar, dass große Kunstwerke Zeit brauchen. Doch nicht nur die Größe  sondern auch die Trockenzeit der Farbschichten und natürlich die Ausarbeitung zahlreicher Details lassen so manche Stunde, so manchen Tag und sogar so manche Woche ins Land gehen. Und wenn es gelegentlcih mal nicht so läuft, dann steht auch schon mal ein Bild über mehrere Monate bis Jahre auf der Staffelei.

Für Auftragsarbeiten natürlich undenkbar, aber dafür ziehe ich mich natürlich für gewöhnlich auch auf bekanntes Gebiet zurück und verwende nur bekanntes Material und arbeite nach vertrauter Technik. Experimente sind den freien Ideen und spontanen kreativen Ausbrüchen vorbehalten.

So kommt es, dass ich immer zwischen zweierlei Arten von Bildern wechsle. Die durchgeplanten, nach Entwürfen und Tests dann technisch abzuarbeitenden Werke und die spontanen, sich selbst im Moment des Schaffens entwickelnden Bilder, bilden die zwei extremen Pole meiner Arbeit. Für mich sind beide Aspekte wichtig und verhelfen mir zu einem inneren Ausgleich. Manches Mal auch zu einem, für mich, ausgeglichenen Bild.

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